Wunder

Ist es in diesen Zeiten nicht naiv, gar unpolitisch, sich dem Glauben an das Schöne, Wunderbare und Unverhoffte hinzugeben? Schließlich lesen und hören wir Tag für Tag nur von schlechten Nachrichten, Katastrophen, Kriegen – da scheinen sich die positiven Überraschungen im besten Fall auf (gelungene) Geschenke unterm Weihnachtsbaum zu beschränken. Aber hat die Menschheit nicht immer schon ein wenig Eskapismus gebraucht, selbst in dunkelsten Momenten? Vielleicht sollte jeder und jede von uns dazu beitragen, sich selbst und andere wieder staunen zu lassen. Mit kleinen Gesten und Zeichen, die das Miteinander aufleben lassen, anstatt die Gräben und Unterschiede zu betonen. Man muss ja andere Ansichten und Meinungen nicht immerzu schlechtreden. Wie wär’s damit, einfach mal an das Gute im Menschen zu glauben. Schon das wäre ein wahres Wunder!

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Inhalt

Die Kurve kriegen

Wenn Jerome nicht wäre, wäre Andi vielleicht schon tot. Und Jerome vielleicht in der Psychiatrie. Über die wundersame Rettung von zwei Menschen in den Straßen 

Braunes Pflaster

Im französischen Béziers sammelt die Polizei Scheißhaufen auf der Straße, um die Besitzer der kackenden Hunde per DNA-Datenbank zu überführen. Schade, dass man diesen Plot nicht mehr mit Louis de Funès verfilmen kann

Der Giftpilz

In diesem Märchen geht es um einen fiesen Vermieter und Wutbürger. Dazu servieren wir Magic Mushrooms der tollen Fotografin Ying Ang

Ich würd so gern mal wieder wuscheln

Schon mit Anfang 20 gingen mir die Haare aus. Seitdem überlege ich immer wieder, ob ich nach Istanbul fliegen soll, um chirurgisch dagegen anzugehen

Jetzt macht mal langsam

Können Schnecken Depressionen heilen? In einer Psychiatrie in Niederbayern wird zumindest mal geguckt, ob sie sie lindern können

Lass uns ein Wunder sein

So sangen einst „Ton, Steine, Scherben“. Und sie haben immer noch recht. Unsere Gedanken zum neuen Heftthema

Die Kurve kriegen – Ein Makler macht das Investment seines Lebens, in einen Obdachlosen

Das Wunder von … – Das Unfassbare ist immer und überall: Ein Atlas von Orten, an denen Wunder geschahen

Auf Sporensuche – Diese Magic Mushrooms machen uns total high

Braunes Pflaster – Eine wunderliche Geschichte aus Südfrankreich, die voll Kacke ist

Schön und schwer zugleich – Ein Gespräch über Ehrfurcht, und warum dieses Gefühl Angst machen kann

Und es hat Boom gemacht – Als man in Guyana Öl fand, dachte man an ein Märchen. Es wurde eher ein Krimi

Affenliebe – Ein Gorilla, der eine Frau entführt: Kennen Sie schon? Nicht diese Story

Das Geschoss – Ein Spitzensportler wird von Kugeln durchsiebt. Statt zu sterben, wird er noch besser

Die Vorstellung beginnt – Die Geschichte eines Geflüchteten hält die Menschen in Senegal in ihrem Bann

Die härteste Tür der Welt – In Irland glauben nicht nur Kinder an Feen

Aus dem Häuschen – Wie Depressionen mithilfe von Schnecken gelindert werden

Als ich mir das Leben rettete – Unsere Autorin kann es immer noch nicht glauben, dass sie den Zeugen Jehovas entkam

Hin & Weg – Eigentlich sind Séancen, bei denen Tote angerufen werden, geheim. Wir waren dennoch dabei

Gute Nummer – Eine Frau verwählt sich und erreicht dennoch genau den Richtigen. Ein wundersame Lovestory

Die Spaßbremse – Dieser Mann bringt die Kirche zur Raserei, weil er ständig ihre Reliquien entzaubert

Mitarbeiter dieses Hefts

Erik Hlacer

Kack-Reporter

Schon früh hat unser Autor Erik Hlacer (28) gemerkt, dass die besten Plots auf der Straße liegen. Die Idee einer Gen-Datenbank, mit der Hunde, die auf die Straße kacken, überführt werden, begeisterte ihn seit langem. Also verfolgte Erik die Spur weiter bis ins südfranzösische Béziers, wo ein scheinbar unbedeutender Kotfund auf dem Gehweg für eine viel größere Geschichte steht.

https://www.erikhlacer.de

Katharina Metschl

Lieblingsgrafikern

Manchmal verfluchen wir das Konzept von DUMMY, dass jedes Heft eine neue Artdirektion gestalten muss. Denn mit Katharina (38) war es nicht nur verflucht professionell und geschmeidig, es hat auch gehörig gemetschelt, äh: gemenschelt!

https://katharinanoemi.com

Ying Ang

Verpilzte Fotografin

Ying Ang (45) fand die Motive für ihre Arbeit „Fruiting Bodies“ in den Stadtparks von Melbourne: Pilze in unterschiedlichsten Aggregatzuständen, manche in vollem Saft, andere schon am Verrotten. „Sie erinnern mich an die erotisierte reproduktive Darstellung des weiblichen Körpers in Kunst und Kultur“, sagt Ying Ang.

https://www.yingangphoto.com