Zu den unverschämt einfachen Wahrheiten, die einem die politischen Verführer heute unterjubeln wollen, bildet die Unterscheidung von gut und böse, schuldig und unschuldig einen permanenten moralischen Unterstrom. Wenn solche denkfaulen Dualitäten aber knallhart werden, zu Mauern, die Sünder von Wohlanständigen absondern, muss umso heftiger gewarnt werden: Das Thema „Knast“ lädt perfide dazu ein, sich zurückzulehnen, um sich an der dunklen Gegenwelt der Verkommenen zu ergöt­zen – und nicht zuletzt am schlechten Essen, das sie dort kredenzen. Könnte alles so schön einfach sein, ist es aber nicht. So besteht die Freiheit im Nachdenken über Gefängnisse erst mal darin, alle vorschnellen Klarheiten zu beseitigen, Widersprüche zu ertragen. Und diese Freiheit muss man erst mal aushalten.

Knast

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